Richard Gardner siegt bei Kühbacher Turniertagen

Richard Gardner siegt bei Kühbacher Turniertagen

Nach einem Jahr Pause zeigen die Dressur- und Springreiter auf Gut Sedlhof in Großhausen wieder ihr Können. Beim Königsspringen gewinnt ein Lokalmatador.

VON ANNA SCHMID

Über dem Sedlhof hängen tiefgraue Wolken. Ein kalter Wind pfeift den Reitern um die Ohren, doch die Stimmung ist ungetrübt heiter. Die Kühbacher Turniertage der Reit- und Turniergemeinschaft Holzburg erfahren trotz des Wetters großen Zulauf: Etwa 350 Reiter und ihre 200 Pferde starten bei den 19 vielseitigen Dressur- und Springprüfungen bis Klasse L.

Auch für Anfänger ein Höhepunkt des regionalen Turniers ist die Punktespringprüfung Klasse A mit zwei Sternen mit Jackpot. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung, auch FN genannt, hat dieses Pilotprojekt ins Leben gerufen. Zum ersten Mal findet das sogenannte Jackpotspringen auch auf dem Sedlhof in Großhausen statt. Mitorganisatorin Claudia Böhm erklärt das Prinzip: „Zu dem Nenngeld wird ein Startgeld von 30 Euro gezahlt, das kommt in einen Topf und wird am Ende unter den Gewinnern aufgeteilt.“ Der Andrang auf diese besondere Springprüfung ist mit 47 Nennungen groß. So kommt am Ende ein ordentlicher Betrag zusammen: Die Siegerin der Prüfung Eva Stoll, selbst Einstellerin auf dem Sedlhof, erhält mehr als 300 Euro.

Lokalmatador siegt bei Kühbacher Königs-Springen

Musik dringt aus großen Lautsprechern, die sicherheitshalber in blauen Plastiktüten verpackt sind. Zuschauer spazieren über den Hof, trinken Tee und Glühwein und lassen ihre Hunde im Gras spielen, während die Springprüfung Klasse L mit steigenden Anforderungen startet. Der Parkour hat es hier in sich, denn die Höhen der Hindernisse variieren. Die ersten beiden Hürden sind niedriger als die ausgeschriebene Klasse, die letzten rangieren dabei eine Stufe höher in der M-Klasse. Dazu eine Triplebarre aus drei ansteigenden Stangen und eine enge zweifache Kombination, die viele Reiter vor Probleme stellt. Stangen poltern in den Sand oder werden regelrecht aus den Hürden gekickt, einmal fallen sogar die Seitenstützen um. Aber die vielen ehrenamtlichen Helfer bringen die Hindernisse für den nächsten Teilnehmer rasch wieder in Ordnung.

Die sechsjährige Marie steht, gehalten von ihrer Oma, auf einer Bank und späht über die hohe Abtrennung zum Sandplatz. Sie drückt den Reitern die Daumen, und jedes Mal, wenn eine Stange fällt, gibt sie ein enttäuschtes „Ohh“ von sich. „Ich mag alle Pferde hier“, sagt sie. Gerade reitet Richard Gardner auf den Platz. Der gebürtige Neuseeländer aus Stätzling ist bei fast allen regionalen Turnieren dabei und sehr erfolgreich. Mit seiner Apfelschimmel-Stute Clarimo’s Girl fegt er über den Parkour, schnell, konzentriert und mit ruhiger Hand. Einmal streift ein Huf die Stange, doch sie wippt nur. Damit entscheidet er das Springreiten für sich. Auch mit seinem zweiten Pferd Cartani’s Son läuft es außerordentlich gut – mit dem Wallach ist er etwas langsamer und belegt den zweiten Platz. Wie anspruchsvoll die Springprüfung ist, zeigt die Bilanz am Ende: Nur vier der 27 Starter schaffen es fehlerfrei durch die Prüfung. Auf Platz drei landete Selina Wagner (Fischach) auf Carlo.

Quelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/sport/Richard-Gardner-siegt-bei-Kuehbacher-Turniertagen-id54245066.html

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